Mehr Tests statt Klassen-Quarantäne

von Redaktion

Dieter Janecek (Grüne) fordert, die Schulen offen zu halten

Berlin – In vielen Bundesländern beginnt diese Woche wieder der Unterricht, in Bayern am kommenden Montag. Und während über verkürzte Quarantäne-Regelungen für Arbeitnehmer diskutiert wird, könnten schon bald ganze Schulklassen in Quarantäne müssen. Denn um die Ausbreitung der neuen Omikron-Variante zu verlangsamen, gilt neuerdings: Sobald nur ein Schüler damit infiziert ist, muss die ganze Klasse in heimische Isolation. Zuvor hatte es nur ungeimpfte Sitznachbarn erwischt.

Der grüne Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek sagte unserer Zeitung: „Wenn wir die Schulen offen lassen wollen, müssen wir die Quarantäneregeln anpassen. Kinder erkranken glücklicherweise sehr selten, nach neuesten Studien bei der Omikron-Variante sogar noch weniger.“ Wochenlanges Homeschooling oder gar Schulschließungen wären für Schüler, Lehrer und Eltern wieder eine starke Belastung. Janecek will zwar auch die Omikron-Zahlen möglichst niedrig halten, das aber nicht auf den Schultern von Kindern und Jugendlichen austragen. „Wir werden viele Infektionen bekommen, keine Frage, aber wir können diese starren Quarantäneregeln bei Kindern und Jugendlichen nicht so lassen. Ich hoffe auf einen pragmatischen Weg. Wir dürfen Kinder nicht wieder außen vor lassen. Das wäre eine enorme Belastung für Familien.“

Frankreich, Spanien und Italien haben ihre Regeln für Kontaktpersonen gelockert. In Frankreich gilt für Schulen: Im Fall eines positiv getesteten Schülers wird die ganze Klasse getestet. Wer ein negatives Testergebnis hat, darf zurückkehren und muss in den folgenden zwei Tagen zwei weitere Tests machen. Janecek hält das für sinnvoll. „Das würde auch Familien und Arbeitnehmer entlasten.“ Die Kultusministerkonferenz am Mittwoch könnte eine Empfehlung aussprechen. Die Länder entscheiden aber selbst. ALEXANDRA PÖHLER

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