Brüssel/Moskau – Die Nato-Außenminister beraten am Freitag in einer außerordentlichen Videokonferenz über Russlands militärische Aufrüstung an der Grenze zur Ukraine. Das Krisengespräch wurde einberufen, nachdem Moskau eine Reihe von Forderungen an die Nato und die USA gestellt habe, teilte das Bündnis am Dienstag mit.
Kommende Woche soll es dann zwei wichtige Treffen geben. Am Montag kommen Unterhändler aus Washington und Moskau in Genf zusammen. Für 12. Januar ist eine Tagung des Nato-Russland-Rats angesetzt. Bei ihr soll es erstmals seit zweieinhalb Jahren einen Austausch zwischen Vertretern der Nato und Russlands geben. Es wird erwartet, dass die Außenminister den Kurs vorgeben.
Russland hat rund 100 000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen. Der Kreml dringt auf Abkommen mit den USA und der Nato, mit denen eine Osterweiterung des Militärbündnisses sowie die Errichtung von US-Militärstützpunkten in Staaten der ehemaligen sowjetischen Einflusssphäre untersagt werden sollen. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte wiederholt, man lasse sich von Russland nichts diktieren.
Schon am Dienstag reiste der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell in die Ukraine, wie die EU-Kommission mitteilte. Der Konflikt wird auch beim heutigen Antrittsbesuch von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock in Washington ein zentrales Thema sein. afp/dpa