London – Die Zahl der Migranten, die über den Ärmelkanal nach Großbritannien gelangen, hat sich 2021 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht. Mindestens 28 395 Bootsflüchtlinge seien von Frankreich aus über den Kanal gekommen. Dies ergab eine Auswertung von Behördendaten durch die britische Nachrichtenagentur PA.
Im Rekord-Monat November erreichten laut PA mindestens 6869 Migranten Großbritannien. Am 11. November kamen demnach die meisten Flüchtlinge innerhalb eines Tages, es waren 1185. Die hohen Zahlen erklären sich unter anderem durch die größeren Boote, die die Schlepper einsetzen. Im Schnitt befinden sich knapp 30 Menschen auf einem Boot´. Bei der Überfahrt über den Ärmelkanal geraten Flüchtlinge immer wieder in Seenot, viele kamen bei der Überfahrt schon ums Leben. Beim bisher schlimmsten Unglück im Ärmelkanal ertranken am 24. November mindestens 27 Flüchtlinge vor der nordfranzösischen Küste, unter ihnen zwei Kinder.
Die hohe Zahl von Flüchtlingen, die über den Ärmelkanal kommen, belastet die Beziehungen zwischen Großbritannien und Frankreich. Beide Seiten weisen sich gegenseitig die Verantwortung dafür zu. Die Regierung des britischen Premierministers Boris Johnson hat einen Gesetzentwurf in das Parlament eingebracht, der ein härteres Vorgehen gegen Schleuser vorsieht. Auch sollen Asylbewerber leichter abgeschoben werden können.