Tübingen – Im Streit um den drohenden Parteiausschluss bekommt Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer erstmals breitere Rückendeckung aus den eigenen Reihen. Eine Gruppe von Unterstützern aus dem Tübinger Kreisverband und um die frühere Entwicklungs-Staatssekretärin Uschi Eid hat seit Dezember in der Partei Unterschriften für einen Verbleib des wohl bekanntesten deutschen Rathauschefs bei den Grünen gesammelt.
Etwa 500 Mitglieder, vor allem aus dem Landesverband Baden-Württemberg, haben den am Montag veröffentlichten Aufruf unterzeichnet und wollen damit den Landes- als auch den Bundesverband unter Druck setzen. Unter den Unterzeichnern sind auch ehemalige prominente Grünen-Politiker wie die frühere Bundestags-Vizepräsidentin Antje Vollmer oder der frühere Wirtschafts-Staatssekretär und Grünen-Chef Rezzo Schlauch, der den OB im Ausschlussverfahren auch als Anwalt vertritt.
In dem Aufruf wird unter anderem beklagt, „dass es intellektuelle Exzentriker in unserer Partei schwer haben und Charakterköpfe nicht als interessante Bereicherung angesehen werden“.