Jedes siebte deutsche Unternehmen fürchtet wegen Corona um seine Existenz. Die Zahl ist zwar niedriger als in den bisherigen Hochinzidenz-Wellen, aber nach wie vor erschreckend hoch. Man sollte das nicht kleinreden. Die Wirtschaftsstruktur wird nach dem Ende der Pandemie nachhaltig eine andere sein als vorher.
Vor allem kleine Betriebe in hart gebeutelten Branchen geraten unter die Räder. Und diese Kleinen sind traditionell das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Das ist aber nur ein Aspekt. Die durcheinandergeratenen Lieferketten sind nicht mehr nur ein Problem der Industrie. Auch in Regalen von Einzelhändlern werden die Lücken größer. Viele Menschen kennen gar nichts anderes als ein schier unbegrenztes Güterangebot. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass das nicht selbstverständlich ist.
Das alles ist dennoch Jammern auf hohem Niveau. Der Blick über Europa hinaus zeigt noch viel bedrohlichere Entwicklungen. Beachtliche Erfolge der vergangenen Jahrzehnte im Kampf gegen den Hunger wurden binnen weniger Monate in vielen Ländern komplett zunichte gemacht. Weltweit steigt die Armutsquote an. Die ökonomischen Folgen der Pandemie sind eine von den meisten Menschen immer noch unterschätzte Herausforderung.
Martin.Prem@ovb.net