Katholische Kirche

Benedikt XVI. muss Reue zeigen

von Redaktion

CLAUDIA MÖLLERS

„Cooperatores veritatis – Mitarbeiter der Wahrheit“ war der bischöfliche Wahlspruch von Joseph Ratzinger bei seiner Bischofsweihe vor 45 Jahren am 28. Mai im Münchner Dom. Die Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens, das seit Donnerstag die katholische Kirche erschüttert, lässt nun aber erhebliche Zweifel daran aufkommen, ob es der jetzt emeritierte Papst Benedikt XVI. mit dieser Wahrheit immer so genau genommen hat.

Wenn Benedikt, der im April 95 Jahre alt wird, in seine Heimat blickt, dann dürfte ihm klar werden, welchen Schaden er seiner Kirche zugefügt hat. Mehrere Bischöfe rücken bereits von ihm ab: Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, der Aachener Bischof Helmut Dieser und sogar Franz-Josef Overbeck, der von Benedikt zum Bischof von Essen ernannt worden ist, kritisieren ihn scharf.

Die Bischöfe erleben, wie desaströs es ist, wenn sexueller Missbrauch an Kindern mit kirchenrechtlichen Spitzfindigkeiten abgetan wird. Oder Akten mit größter Wahrscheinlichkeit belegen, dass der 94-Jährige die Unwahrheit gesagt hat. Benedikt XVI., der zugestandenermaßen als Papst Hunderte von Tätern aus dem Klerikerstand warf und das Strafrecht verschärft hat, muss sich entschuldigen. Bei Missbrauchsopfern und Gläubigen. Mit der Bitte um Vergebung und Reue kann er sein Ansehen wenigstens geringfügig verbessern. Das Segensreiche, das in vielen Pfarreien geschieht, darf nicht durch falsch verstandene Unfehlbarkeit zerstört werden.

Claudia.Moellers@ovb.net

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