Karlsruhe/Augsburg – Ein ehemaliger russischer Mitarbeiter einer Universität in Bayern soll sich wegen Spionageverdachts im Bereich der Raketenforschung vor dem Oberlandesgericht München verantworten. Wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte, hat sie Anklage wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit erhoben.
Der junge Wissenschaftler soll Informationen an den russischen Geheimdienst weitergegeben haben. Er arbeitete bis zu seiner Festnahme im Juni 2021 als wissenschaftlicher Mitarbeiter für einen naturwissenschaftlich-technischen Lehrstuhl der Universität. Nach dpa-Informationen handelt es sich um die Uni Augsburg. Diese hatte bei der Festnahme des damals 29-Jährigen bestätigt, dass es sich um einen ihrer Mitarbeiter handele.
Der Anklage zufolge soll der russische Auslandsnachrichtendienst SWR spätestens im Herbst 2019 Kontakt zu dem Angeschuldigten aufgenommen haben. Offenbar sollte er die Entwicklungsstufen der europäischen Trägerrakete Ariane und die Werkstoffforschung erkunden. Ab Ende November 2019 habe es regelmäßige persönliche Treffen zwischen dem Angeschuldigten und einem russischen Führungsoffizier gegeben. Gegenleistung: insgesamt 2500 Euro. dpa