Viele ahnen es vielleicht. Doch die meisten Bewohner von Miet- oder Eigentumswohnungen werden erst im Lauf des Jahres mit ihrer Heizkostenabrechnung genau wissen, wie sehr sie die horrenden Energiepreise unter dem Strich treffen werden. Sicher ist bereits: Es wird bitter. Und die Politik sinnt auf Abhilfe. Wohngeldempfänger sollen wenigstens teilweise entschädigt werden.
Das ist nobel gedacht. Doch es stellt sich die Frage, warum man Menschen Geld wieder zurückgibt, das man ihnen vorher über die CO2-Bepreisung aus der Tasche gezogen hat. Und von der Steuerungswirkung hin zu weniger Energieverbrauch, die man über die Zwangsabgabe erreichen wollte, bleibt zumindest bei den Entlasteten wenig übrig. Man hätte sie sich gleich sparen können. Und dann gibt es noch die vermeintlich Reichen unter den Armen, deren Einkommen knapp über den Wohngeldgrenzen liegen, die nun voll geschröpft werden, bei den Entlastungen gegen das Frieren aber leer ausgehen.
Wohnen zählt wie Nahrung oder Kleidung zu den elementaren Grundbedürfnissen, die ein menschenwürdiges Dasein erst möglich machen. Hier sammelt sich viel sozialer Sprengstoff an. Wir müssen die sozialen und ökologischen Fragen in der Gesellschaft neu austarieren. Sonst fliegt uns bald mehr um die Ohren als die verkorkste und nun einkassierte „Bundesförderung für effiziente Gebäude“, deren Segnungen vor allem jenen zugute kamen, denen es in Wahrheit ohnehin an nichts fehlt.
Martin.Prem@ovb.net