Bern – In der Schweiz muss gegen den Willen der Regierung die Tabakwerbung weiter eingeschränkt werden. Bei einer Volksabstimmung sprachen sich am Sonntag 55,6 Prozent für die Vorlage aus, die die Regierung zur Ablehnung empfohlen hatte. Sie steckte noch weitere Niederlagen ein – unter anderem scheiterte ihr Medienpaket mit staatlichen Subventionen für Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medien (54,6 Prozent, 23 von 26 Kantonen).
Tabakwerbung muss nun überall verboten werden, wo Kinder und Jugendliche sie sehen können. So darf es in der Öffentlichkeit keine Plakate mehr geben, ebenso ist Werbung an Kinos, in Medien oder an Sportplätzen tabu. Bislang ist Tabakwerbung nur in Radio und Fernsehen untersagt, und solche, die sich direkt an Minderjährige richtet. Der Regierung ging das zu weit. Die Schweiz ist ein wichtiger Standort der Tabakindustrie.
Mit dem Medienpaket wollte die Regierung im Jahr 151 Millionen Franken (rund 144 Millionen Euro) zur Unterstützung von Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen zur Verfügung stellen. Viele leiden am Anzeigen- und Abonnentenschwund und kämpfen ums Überleben. Unter anderem sollte die bestehende Unterstützung für die Zustellung ausgebaut werden.