Berlin – Rund fünf Monate nach dem Scheitern in Afghanistan steuert auch der Militäreinsatz im westafrikanischen Mali in eine überaus schwierige Lage: Der EU-Partner Frankreich ist in dem Land teils verhasst, die Regierung mit einem Putsch an die Macht gekommen, und russische Söldner sind als neue und bereits erfolgreiche Partner der malischen Armee im Anti-Terror-Kampf.
Die Bundesregierung muss entscheiden, ob die Bundeswehr das Feld räumen, mit Verbündeten einen anderen Ansatz zur Stabilisierung suchen oder sich gar selbst robuster aufstellen soll. Hintergedanke ist auch, große Fluchtbewegungen bis nach Europa zu verhindern.
Der CDU-Verteidigungspolitiker Henning Otte plädiert dafür, nicht zurückzuweichen, vor allem nicht bei dem mit deutscher Beteiligung aufgestellten UN-Einsatz Minusma. Eher noch sollten zum Schutz deutscher Soldaten Kampfhubschrauber vom Typ „Tiger“ und zusätzliche Aufklärungsmittel verlegt werden, fordert Otte, der stellvertretender Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Bundestag ist.
Die Bundeswehr ist mit mehr als 1300 Männern und Frauen in Mali präsent und hat dafür zwei Mandate, die am 31. Mai auslaufen. dpa