Dass die S7 zwischen Höllriegelskreuth und Wolfratshausen nur eine Fahrspur hat, wird seit Jahren beanstandet. Knapp 17 Kilometer lang ist die eingleisige Strecke, auf der das Unglück geschah. Sie ist nicht die einzige im Münchner S-Bahn-Gebiet. Die S7 ist auch auf ihrem Ostast zwischen Giesing und Kreuzstraße (27,9 Kilometer) eingleisig. Das gilt auch für viele Strecken auf der Linie S2: Dachau–Altomünster 29,8 Kilometer, Petershausen-Röhrmoos 7,6 Kilometer, Dachau–Hebertshausen 8 Kilometer und auf dem anderen Zweig Erding–Markt Schwaben 13,6 Kilometer. Die weiteren eingleisigen Abschnitte sind S3 Mammendorf–Maisach 6,1 Kilometer, S20 Pasing-Mittersendling 8,8 Kilometer, S8 Weßling-Herrsching 12,1 Kilometer und S4 Grafing-Ebersberg 5,9 Kilometer. Insgesamt sind das 136,9 Kilometer – also knapp ein Drittel des gesamten Münchner S-Bahn-Netzes.
Zumindest für manche Abschnitte gibt es Planungen, die Strecke mehrgleisig auszubauen. Beispielsweise ist zwischen Steinebach und Seefeld–Hechendorf (S8) der Bau eines zweiten Gleises vorgesehen. Die zweigleisige Strecke zwischen Daglfing und Johanneskirchen soll irgendwann viergleisig werden. Münchens OB Dieter Reiter zeigte sich gestern erschüttert von dem Unglück. Er erklärte: „Auch ein zweigleisiger Ausbau dieser, aber auch aller anderen Strecken im S-Bahnnetz, muss dringend geprüft werden.“ pp