Der sich in der Ukraine-Krise abzeichnende Rückfall in dunkelste Kalte-Kriegs-Zeiten zeigt sich derzeit auch in Afrika: Dort tobt wie in den 60er-Jahren ein bei uns viel zu wenig beachteter Kampf um Rohstoffe und Einflusssphären – und es scheint so, dass China und Russland in diesem Macht-Spiel derzeit auf der Siegerstraße sind.
Der Rückzug der Europäer und Kanadier aus dem Anti-Terror-Kampf in Mali ist auch eine Niederlage gegen Wladimir Putins Schatten-Armee, die Söldner-Truppe Wagner, die in immer mehr Staaten Afrikas ihre schmutzigen Finger im Spiel hat. Die Ex-Kolonialmacht Frankreich ist in Mali verhasst, auch deshalb war dieser Anti-Terror-Einsatz zum Scheitern verurteilt.
Die Bundeswehr wird ohne Schutz durch die Franzosen ihre Ausbildungs-Mission nicht fortsetzen können – auch sie muss raus. Der Westen ist in Mali nach neun blutigen Jahren mit 220 getöteten UN-Soldaten genauso schmählich gescheitert wie in Afghanistan. Umso mehr muss die EU nun versuchen, mit der Putschisten-Regierung politisch und wirtschaftlich im Gespräch zu bleiben. Der westafrikanische Staatenblock Ecowas überzieht Mali mit tiefgreifenden Sanktionen, die Militär-Junta braucht Hilfe. Diese Chance sollte die EU ergreifen, um Putin im Sahel das Feld nicht allein zu überlassen. Da Paris in Mali nicht als neutraler Vermittler akzeptiert wird, könnte Berlin hier eine wichtige Rolle einnehmen.
Klaus.Rimpel@ovb.net