Ausrüstung: Der erste Schritt könnte schon binnen Tagen eine Entscheidung über die Nachfolge für die überalterten Tornado-Kampfflugzeuge sein. „Jetzt muss die F-35 her, das modernste Kampfflugzeug der Welt und von vielen unserer Partner genutzt“, sagt die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP). Allein für dieses Projekt – das auch Teil der nuklearen Abschreckung ist – wird wohl ein zweistelliger Milliardenbetrag fällig. Fünf Milliarden sind für den künftigen Schweren Transporthubschrauber der Bundeswehr eingeplant, der für die schnelle Verlegung von Material und Truppen wichtig ist. Angesichts russischer Drohungen wird aber auch die Nachfolge für das Flugabwehrraketensystem Patriot bedeutsamer. Vorgesehen ist ein neues Taktisches Luftverteidigungssystem (TLVS). Andere Staaten versuchen, die Abwehr von Raketen weiter zu perfektionieren.
Kaltstartfähigkeit: Die Bundeswehr ist bisher „planbar einsatzfähig“, wie die deutsche Militärführung selbst sagt. Mit einem zeitlichen Vorlauf werden dazu Verbände und Material für Aufgaben zusammengestellt. Davon zu unterscheiden ist die sogenannte Kaltstartfähigkeit, bei der erste Teile von Großverbänden auf einen Alarm hin binnen Stunden ausrücken und auch im hochintensiven Gefecht bestehen müssen. „Die Bundeswehr braucht mehr Kampfkraft, eine höhere Einsatzbereitschaft und eine erheblich größere Durchhaltefähigkeit. Das heißt: Vollausstattung und „von allem mehr“, also mehr Panzer, mehr Schiffe, mehr Flugzeuge, mehr Cyberfähigkeiten und mehr Logistik“, sagt Henning Otte (CDU), Vizevorsitzender des Verteidigungsausschusses.
Handlungswille: Was mit politischem Willen unerwartet schnell geht, zeigt die Bereitstellung von Flugabwehrraketen und Panzerfäusten an die Ukraine, wo erst nur Helme angeboten wurden. Auch die Bundeswehr sei schon deutlich handlungsfähiger, als es von der Politik abgerufen werde, sagen Insider.