Schröder will kein Ehrenbürger mehr sein

von Redaktion

München – Altkanzler Gerhard Schröder will die Ehrenbürgerwürde der Stadt Hannover abgeben. Das kündigte der 77-Jährige in einem Brief an Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) an. Er verzichte „unwiderruflich“, heißt es in dem knappen Schreiben. Der SPD-Politiker kommt damit einem Beschluss des Stadtrats zuvor, der ein Verfahren zum Entzug der Ehrenbürgerwürde eingeleitet hatte. Ein Angebot zur Stellungnahme lehnt Schröder in seinem Schreiben ebenfalls ab. Die Stadt hatte ihr Vorgehen damit begründet, dass der Ex-Kanzler trotz des Angriffskriegs auf die Ukraine an seinen Posten in russischen Staatskonzernen festhält. Er gilt zudem als enger vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Zuletzt hatte unter anderem seine Ex-Frau Doris Schröder-Köpf die Stadt gebeten, milde zu sein. Man dürfe „Gerd nicht in eine Reihe mit Hitler stellen“, sagte sie. Hitler wurde 1978 die Ehrenbürgerwürde entzogen. Schröder war vergangene Woche nach Moskau gereist, um mit Putin über den Ukraine-Krieg zu sprechen. Der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, sagte der „Bild“, die Reise sei „komplett ergebnislos“ und „sinnlos“ gewesen.  mmä

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