Steht 10H vor dem Aus?

Historische Situation

von Redaktion

MIKE SCHIER

Es gibt keinen Minister, dem man in diesen schwierigen Tagen die Last der Verantwortung so ansehen kann wie Robert Habeck. Der Wirtschaftsminister, als Klimaminister gestartet, lässt alle daran teilhaben, wie ihm die Kriegsfolgen seine Anliegen verhageln. Höhepunkt war seine Dienstreise nach Katar, wo er zwar eine Verbeugung zu viel machte, aber die richtige Entscheidung traf. Und nebenbei liefert er dem Volk noch jene Erklärungen, die der kommunikationsschwache Kanzler verweigert.

Es erinnert an Joschka Fischer: Realpolitik, dass es nur so knarzt. Richtig fürs Land, aber nicht unbedingt für die grüne Seele. Doch völlige Selbstverleugnung sollte man von Habeck nicht erwarten. Die Ankündigung, am Montag Eckpunkte für einen „naturverträglichen Ausbau der Windenergie“ zu präsentieren, lässt aufhorchen. Steht 10H in Bayern vor dem Aus? Noch hat man sich in Berlin offenbar nicht geeinigt. Doch wer bei Markus Söder zuletzt genau hinhorchte, konnte meinen, der CSU-Chef warte nur auf die Vorgabe des Bundes – um bei jedem Windrad-Streit den Schuldigen benennen zu können.

Tatsache ist: Das Land steht vor unangenehmen Entscheidungen. Kein russisches Gas. Kein Erdgas aus Katar. Kein Windrad am Waldrand. Alles gleichzeitig geht nicht. Wir müssen uns in Sachen Energie unabhängig machen, vor allem durch Erneuerbare. Die Politik sollte in dieser historischen Situation möglichst gemeinsam vorgehen.

Mike.Schier@ovb.net

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