Berlin – Eine internationale Unterstützer-Konferenz für das stark unter Flüchtlings-Druck stehende Moldau hat sich auf hohe Finanzhilfen geeinigt. Die Teilnehmer hätten zudem die schnelle Aufnahme von 12 000 ukrainischen Kriegsflüchtlingen aus Moldau zugesagt, erklärte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne).
An der Konferenz nahmen 36 Staaten und neun internationale Organisationen teil. Sie wollen Moldau mit rund 660 Millionen Euro unterstützen, darunter gut 108 Millionen Euro als unmittelbare Zuschüsse und 530 Millionen Euro als Kreditlinien. Für Deutschland sagte Kanzler Olaf Scholz (SPD) einen ungebundenen Finanzkredit in Höhe von 50 Millionen Euro zu. Baerbock, die die Konferenz mit ihren Amtskollegen aus Frankreich und Rumänien organisiert hatte, betonte, alles deute darauf hin, „dass wir noch am Anfang dieser Krise, dieses furchtbaren Krieges stehen, dass wir gemeinsam einen langen Atem brauchen“. Die Premierministerin Moldaus, Natalia Gavrilita, warb um Unterstützung beim Weg ihres Landes in die EU.
Baerbock kündigte an, die Flüge zur Verteilung besonders hilfsbedürftiger Kriegsflüchtlinge aus Moldau sollten fortgesetzt werden. Die Ministerin sagte, Moldau solle auch im Bereich der Stromerzeugung unterstützt werden, wo es große Abhängigkeiten von russischem Gas gebe. Zudem werde man der Regierung des Landes bei der Umsetzung ihrer Reformagenda etwa in den Bereichen Justiz und Korruptionsbekämpfung zur Seite stehen.
Premierministerin Gavrilita sagte, ihr Land stehe vereint mit dem ukrainischen Volk. Seit Beginn der russischen Invasion seien mehr als 390 000 Flüchtlinge aus dem Nachbarland eingereist. Etwa 100 000 lebten noch in Moldau, fast die Hälfte Kinder. Dies seien etwa vier Prozent der Bevölkerung.