Brüssel – Nach langem Zögern sind die Nato-Mitgliedstaaten nun offenbar bereit, der Ukraine im Kampf gegen die russischen Truppen schwere Waffen zu liefern. Die Invasoren würden als nächstes versuchen, den „gesamten Donbass einzunehmen und eine Landbrücke zur besetzten Krim zu schaffen“, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag in Brüssel. In einigen Wochen werde es eine große Offensive geben. In der Zwischenzeit sei es „extrem wichtig, dass die NATO-Verbündeten Unterstützung leisten, damit wir in der Lage sind, die ukrainischen Streitkräfte mit Waffen und Ausrüstung zu versorgen“.
Bisher wurden den ukrainischen Streitkräften vor allem Panzer- und Flugabwehrwaffen geliefert. Zwar wurde Stoltenberg nicht konkreter. Es scheint aber, als solle das Land nun auch mit Panzern und ähnlichem ausgestattet werden, um gegebenenfalls auch einen Gegenangriff fahren zu können. Die FAZ zitiert Teilnehmer einer vom britischen Verteidigungsministerium organisierten Waffensteller-Konferenz: Man habe sich verpflichtet, die Ukraine „mit leistungsfähigeren Luft- und Küstenverteidigungssystemen auszustatten, mit Artillerie und Anti-Artillerie-Fähigkeiten, gepanzerten und geschützten Fahrzeugen“. Auch Außenministerin Annalena Baerbock deutete am Montag an, Berlin prüfe eine Lieferung von Waffensystemen, „die wir bisher nicht geliefert haben“. mmä