Mali und Niger gehören zu den ärmsten Ländern der Welt – nun sind dort mehr als eine Million Menschen wegen Dürre und der Ernteausfälle durch den Ukraine-Krieg akut vom Hunger bedroht. Außenministerin Baerbock erlebt so bei ihrer Westafrika-Reise die Auswirkungen der zwei größten Krisen unserer Zeit hautnah: Putins Krieg und der Klimawandel verschlechtern die ohnehin schon schwierige Lage in der Sahelzone dramatisch.
Malis Probleme beleuchten wie im Brennglas die neue Weltunordnung: eine korrupte Regierung, die außerhalb der Hauptstadt kaum Kontrolle hat. Terror-Gruppen, die einen Parallel-Staat aufgebaut haben – und der verarmten Bevölkerung oft die einzige „berufliche“ Perspektive bieten. Und Putins Söldner-Truppe Wagner, die kaltblütig die Chance ergreift, in diesem gescheiterten Staat Moskaus Interessen durchzusetzen.
Der Bundeswehr und den viel stärker engagierten Franzosen ist es seit 2013 nicht gelungen, Mali zu stabilisieren. Die EU steht hier wie zuvor schon in Afghanistan vor einem Scherbenhaufen, der Militär-Einsatz ist gescheitert. Und doch: Einfach nur „raus!“ ist keine Lösung. Baerbock muss einen Neustart in den Beziehungen zum Militär-Regime in Mali schaffen, so wenig uns die Machthaber dort auch gefallen. Sonst kommen die Probleme der Sahel-Zone auch zu uns – der IS-Terror. Aber auch neue Hunger-getriebene Flüchtlingsströme.
Klaus.Rimpel@ovb.net