Man muss kein Bedürftiger sein, um dieser Tage an der Kasse im Supermarkt kräftig zu schlucken. Zwei Drittel der Deutschen spüren die Folgen der Inflation bereits sehr stark, obwohl die hohen Heiz- und Energiepreise für viele erst mit Verspätung voll durchschlagen werden. Nicht zuletzt die Lebensmittel verteuerten sich im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,2 Prozent – andere Produkte werden wegen Energiekosten, Lieferengpässen und Logistikproblemen leider folgen.
Deshalb ist der Idee, zumindest einige Grundnahrungsmittel temporär von der Mehrwertsteuer auszunehmen, einiges abzugewinnen. Der Staat muss nicht mitverdienen, wenn sich Rentner, Berufsanfänger oder Geringverdiener aktuell schon überlegen müssen, ob sie sich noch frisches Obst oder Fleisch leisten können. Mit der Streichung für bestimmte Produkte ließe sich mit einem Federstrich Entlastung schaffen – ohne komplizierte Transferleistungen oder Einkommensteuer-Anrechnungen.
Schon melden „Experten“ Bedenken an. Zu ungerecht, heißt es. Ausgerechnet die Steuersenkungspartei FDP sagt Nein. Doch Tatsache ist: Für Geringverdiener sind die Ausgaben für Lebensmittel prozentual größer. Besondere Zeiten brauchen auch mal besondere Maßnahmen. Der gesellschaftliche Friede sollte es uns wert sein.
Mike.Schier@ovb.net