Dresden – Nach anhaltender Kritik an seiner Amtsführung ist der sächsische Innenminister Roland Wöller (CDU) entlassen worden. Regierungschef Michael Kretschmer begründete den Schritt in Dresden mit der Notwendigkeit eines „personellen Neuanfangs“. Als Nachfolger präsentierte Kretschmer den Chef des Bundesamts für Katastrophenhilfe und langjährigen CDU-Bundestagsabgeordneten Armin Schuster.
Wöller stand seit Längerem wegen strittiger Personalentscheidungen unter Druck, es gab zudem Unmut wegen verschiedener Vorfälle innerhalb der Polizei. Jüngst gab es etwa eine Razzia wegen des Verdachts auf ein verbotenes Aufnahmeritual beim Mobilen Einsatzkommando (MEK) in Leipzig. Der Fall wurde im Zusammenhang mit der sogenannten Munitionsaffäre des MEK Dresden aufgedeckt. Dort waren 2018 tausende Schuss Munition verschwunden. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt außerdem gegen Beamte, weil sie einen Skiurlaub als Dienstreise deklariert haben sollen.