PRESSESTIMMEN
„Macron dominierte das Duell über weite Strecken, inhaltlich, aber auch weil Le Pen in ihrer Schlagfertigkeit nachließ. Die Überlegenheit des Präsidenten zeigte sich zeitweise selbst in seiner Körpersprache: Macron saß fast schon entspannt zurückgelehnt in seinem Sessel, während Marine Le Pen ihre Anspannung nie ganz ablegte. Zusammen mit seinen bisweilen schulmeisterlichen Berichtigungen bekräftigte dies das Bild, das manche Franzosen von Macron haben: jenes eines arroganten, überheblichen Präsidenten.“
„Das TV-Duell war die bisher letzte Etappe in ihrer jahrelangen, systematisch vorangetriebenen ,Entdämonisierung’. Insofern hat Marine Le Pen via TV-Duell ihr wichtigstes Kampagnenziel erreicht: Die Franzosen würden in ihrer Mehrheit nur noch mit den Schultern zucken, wenn sie am Sonntag ins Elysée gewählt würde. (…) Nur: Das Bild ist falsch. Le Pen bleibt eine Extremistin.“
„Schiebt sich Le Pen am Sonntag an Macron vorbei, wären Abschottung und Nationalismus die neue Agenda im Elyséepalast. Und Le Pen dürfte versuchen, die Axt an die EU zu legen. (…) Sie spricht von ,französischer Blindheit gegenüber Berlin’ und wärmt damit gezielt alte Feindbilder wieder auf.“