Zweiter Brief: Streit um Waffenlieferungen

von Redaktion

Berlin – Als Reaktion auf den Offenen Brief von Gegnern kontinuierlicher Waffenlieferungen an die Ukraine haben sich nun mehrere Intellektuelle in einem gemeinsamen Aufruf an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) dafür ausgesprochen. „In den Händen der Angegriffenen sind auch Panzer und Haubitzen Defensivwaffen, weil sie der Selbstverteidigung dienen“, heißt es in dem Schreiben, das in der „Zeit“ veröffentlicht wurde. Und: „Jeder Krieg birgt das Risiko einer Eskalation zum Äußersten. Die Gefahr eines Nuklearkrieges ist aber nicht durch Konzessionen an den Kreml zu bannen, die ihn zu weiteren militärischen Abenteuern ermutigen.“

Unterzeichnet haben unter anderem die Schriftsteller Daniel Kehlmann, Herta Müller und Maxim Biller, die frühere Leiterin der Stasi-Unterlagen-Behörde Marianne Birthler, die Autorin Eva Menasse und Verleger Mathias Döpfner.

Die Feministin Alice Schwarzer und andere Prominente hatten zuvor in einem Brief an Scholz appelliert, keine schweren Waffen an die Ukraine zu liefern, um Wladimir Putin kein Motiv für eine Ausweitung des Krieges auf die Nato-Staaten zu geben. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) äußerte sich dazu ebenfalls kritisch. „Was folgt aus dieser Argumentation? Eigentlich doch nur, dass ein bisschen Landbesetzung, Vergewaltigung und Hinrichtung einfach hinzunehmen sind und die Ukraine schnell kapitulieren solle.“

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