Das ging ja ratzfatz: Am 4. April trat Staatsballett-Leiter Igor Zelensky zurück, gestern ernannte Kunstminister Markus Blume (CSU) Laurent Hilaire zum Nachfolger. Es ist wohl die Wahl des Staatsopern-Intendanten Serge Dorny. Ob es die richtige ist? Jedenfalls reiht sich der gebürtige Pariser Hilaire, Jahrgang 1962, ein in die Reihe der nicht-choreografierenden Chefs am Bayerischen Staatsballett. Das ist schon mal nicht schlecht. Er kann sich somit nämlich ganz auf das Münchner Ensemble konzentrieren, hier seine fast fünfjährige Leitungserfahrung am Moskauer Stanislawski-Theater erweitern.
Schon Brigitte Lefèvre, Rudolf Nurejews Nachfolgerin an der Spitze des Balletts der Pariser Oper, hatte für ihre Nachfolge auf Hilaire gesetzt. Vergeblich. Dabei hatte Hilaire am Haus als maßgeblicher Ballettmeister schon vieles geleistet. Er absolvierte die angegliederte Ballettschule, wurde 1979 ins Ensemble übernommen, stieg auf zum „premier danseur“. Er kennt diese Kunstform also aus vielerlei Perspektiven. Das ist wichtig.
Hilaire gehörte zum Kreis der von Nurejew geförderten Tänzer, zählte auch zur Gruppe, mit der einst William Forsythe arbeitete, der rasante Post-Neoklassiker. All das deutet darauf hin, dass der neue Chef aus dem Staatsballett ein ganz besonderes Ensemble machen wird.
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