Grüne Klimatipps an die Staatsregierung

von Redaktion

In acht Jahren muss Bayern seinen Treibhausgas-Ausstoß radikal senken – Eine Studie zeigt, wie das gehen könnte

München – Wenn Bayern die geplanten Klimaschutzziele bis 2030 umsetzen will, müsste es jährlich zehnmal so viele Treibhausgase einsparen wie bisher – und das Tempo von bisher 0,7 Millionen Tonnen Reduktion auf sieben Millionen Tonnen pro Jahr steigern. Das sagen die Grünen im Landtag – und haben in einer Studie untersuchen lassen, wie das noch gelingen kann. „Um die Klimaziele zu erreichen, muss die Staatsregierung jetzt endlich in die Puschen kommen“, sagt Klimaschutzsprecher Martin Stümpfig. Anstatt noch mehr Zeit zu verlieren, seien „tatkräftige Maßnahmen nötig“. Diese sieben Punkte halten die Grünen dabei für zentral.

Windkraft

„Maßnahme Nummer 1 ist einfach die Windkraft“, sagt Stümpfig. 4,2 Millionen Tonnen Treibhausgase ließen sich mit dem jährlichen Zubau von 120 Windkraftanlagen einsparen, rechnet die Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie vor. Die Grünen fordern deshalb die Abschaffung der 10H-Abstandsregel für Windräder und die Ausweisung von zwei Prozent der Landesfläche für Windkraft.

Solarpflicht

Mit Fotovoltaikanlagen auf Moorflächen ließen sich weitere 3,1 Millionen Tonnen Treibhausgas einsparen. Die Studie des Wuppertal Instituts geht davon aus, dass dazu fünf Prozent dieser Flächen mit Fotovoltaik bestückt werden müssten. Geht es nach den Grünen, sollten zudem möglichst viele bayerische Dächer mit Solaranlagen ausgestattet werden. Sie sind für die Einführung einer umfassenden Solarpflicht.

Nahverkehr

Die Grünen fordern eine Verdopplung des ÖPNV und auch des Radverkehrs. Wenn dadurch gleichzeitig der motorisierte Individualverkehr um 26 Prozent reduziert werde, könne eine Reduzierung von 1,9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen erreicht werden.

Tierhaltung

Durch die Nutztierhaltung entstehen in Bayern laut Studie direkte jährliche Treibhausgasemissionen von 7,8 Millionen Tonnen – dazu kommen indirekte Emissionen von 65 Prozent. Gelinge es, den Konsum von Fleisch und tierischen Produkten in Bayern bis 2030 (gegenüber 2019) um 20 Prozent zu reduzieren, ließen sich – bei einem gleich starken Rückgang der Tierbestände – nach Ansicht der Grünen 2,7 Millionen Tonnen Treibhausgas reduzieren.

Gebäudesanierungen

In ihrem Entwurf für ein bayerisches Wärmegesetz fordern die Grünen die energetische Sanierung auch von Altbauten. Würde dies im vermieteten Gebäudebestand umgesetzt, ließen sich jedes Jahr 3,8 Millionen Tonnen Treibhausgase einsparen, sagen die Grünen.

Güter auf die Schiene

Eine Erhöhung des Anteils des Schienengüterverkehrs auf 40 Prozent würde zu Einsparungen an Treibhausgasemissionen von rund 1,7 Millionen Tonnen führen, argumentieren die Grünen.

Moor-Renaturierung

220 000 Hektar Moore gibt es in Bayern, doch weniger als zehn Prozent dieser Flächen gelten noch als naturnah, rechnen die Grünen vor. Würden – wie von den Grünen gefordert – gut 81 000 Hektar Moorfläche bis 2030 wiedervernässt, könne das zu Treibhausgaseinsparungen von 1,6 Millionen Tonnen pro Jahr führen. SEBASTIAN HORSCH

Artikel 7 von 11