Stuttgart – Die Agrarminister der G7-Staaten haben Indiens Entscheidung kritisiert, den Export von Weizen zu verbieten. Die G7-Mitgliedstaaten hätten sich gegen Exportstopps ausgesprochen, sagte der deutsche Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) zum Abschluss des Treffens in Stuttgart. „Wir rufen dazu auf, die Märkte offen zu halten.“
Indien hatte am Samstag alle Weizen-Ausfuhren ohne Genehmigung der Regierung untersagt. Das Land ist der zweitgrößte Weizenproduzent der Welt – 2021 waren es 110 Millionen Tonnen – und verfügt über große Vorräte. Erst im April hatte die Regierung angekündigt, die Ausfuhren wegen der Folgen des Ukraine-Kriegs von sieben Millionen Tonnen 2021 auf zehn Millionen Tonnen 2022 zu erhöhen. Das nun erlassene Exportverbot begründete Neu Delhi mit den Auswirkungen der aktuellen Hitzewelle auf die Ernte. Özdemir sagte, in Indien zeigten sich die „katastrophalen, ja geradezu apokalyptischen Folgen“ der Klimakrise mit Temperaturen von bis zu 50 Grad und am Boden 60 Grad Celsius.