Thronjubiläum der Queen

Zweifel an der Monarchie

von Redaktion

CLAUDIA MUSCHIOL

70 Jahre auf dem Thron – so lang wie kein britischer Monarch vor ihr: Das Jubiläum der Queen, das nun groß gefeiert wird, ist ohne Frage ein geschichtsträchtiges Ereignis. Jedoch dürften die seit Langem geplanten Feierlichkeiten – mit großer Parade in London, über 1000 Straßenfesten im ganzen Land, nach verlängerter Sperrstunde und einem arbeitsfreien „Jubilee“-Feiertag für die meisten Briten – nicht völlig ungetrübt über die Bühne gehen.

Zum einen ist da immer wieder die Sorge um den Gesundheitszustand der betagten Monarchin. Ob und wann die Queen an welchen Feierlichkeiten teilnehmen wird, blieb bis zuletzt offen. Die neue Strategie des Buckingham-Palastes ist: erst ganz kurz vorher bekannt zu geben, ob die Queen kommt – um keine Erwartungen zu enttäuschen. Die Sorge, dass die Ära Elizabeth sich dem Ende zuneigt, belastet das Jubiläum. Auf der anderen Seite stellen immer mehr Briten angesichts explodierender Energie- und Lebensmittelpreise die Institution Monarchie infrage. In einer Umfrage gaben fast 40 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger an, sie sei ein Luxus, den sich das Land eigentlich gar nicht leisten könne.

Kein Wunder: Die britischen Royals erhielten 2021 aus der Staatskasse nach amtlichen Angaben 85,9 Millionen Pfund – nach aktueller Umrechnung über 100 Millionen Euro. Eine Summe, die bei vielen immer mehr auf Unverständnis stößt. Wie es irgendwann nach Elizabeth II. mit der Monarchie weitergeht, bleibt offen. Der Queen selbst aber ist zu wünschen, dass sie „ihr“ Jubiläum so gut es geht genießen – und ihr Volk mit dem ein oder anderen Überraschungsauftritt erfreuen kann.

Claudia.Muschiol@ovb.net

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