Aller guten Dinge sind drei: Nachdem seine Vorgänger Christian Schmidt (CSU) und Julia Klöckner (CDU) eine bundesweit verpflichtende Regelung für die Kennzeichnung der Tierhaltung nicht in ein Gesetz gießen konnten, ist nun der grüne Agrarminister Cem Özdemir an der Reihe. Er will mit einem fünfstufigen Konzept dem Verbraucher sichtbar machen, ob das von ihm zu kaufende Schnitzel in seinem Vorleben von einem Glücksschwein oder einer armen Sau stammt.
Diese Regelung ist nur ein erster Schritt, um danach auszutarieren, wie die Kosten für bessere Haltungsformen honoriert werden. Klar ist: Viele Schweinebauern, die seit Jahren am Existenzminimum vegetieren, können keine weiteren kostenpflichtigen Auflagen mehr stemmen. Den Mehrwert des Tierwohls über den Markt auszugleichen, wie es die FDP fordert, funktioniert nicht. Denn die Verbraucher wünschen sich zwar mehr Tierwohl, doch nur wenige können und wollen mehr dafür bezahlen. Noch dazu bei hoher Inflationsrate und steigenden Energiekosten. Özdemir macht sich dafür stark, dass die Landwirte verlässliche Hilfen für die Zukunft bekommen. Jetzt muss die Ampel-Regierung beweisen, ob sie grünes Licht für mehr Tierwohl wirklich will.
Claudia.Moellers@ovb.net