Das Netzwerk Rias hat 2738 antisemitische Vorfälle 2021 in Deutschland erfasst. Darunter waren 63 Angriffe und sechs Fälle extremer Gewalt. Wichtige Treiber: antijüdischen Verschwörungstheorien in der Pandemie und der Nahost-Konflikt mit antisemitischer Israel-Kritik. Rias steht für: Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus. Betroffene können sich an acht Meldestellen wenden. 2020 hatte Rias noch 1909 solcher Fälle registriert – aber mit weniger Meldestellen.
Nach Kritik an der Idee einer steuerfreien Einmalzahlung zur Entlastung der Bürger geht Kanzler Olaf Scholz ein Stück weit auf Distanz. Er suche einen Schulterschluss mit Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und Experten. Zur Einmalzahlung sagte er: „Was wir ganz konkret verabreden, das müssen dann die Treffen im Einzelnen ergeben.“ Die Pläne aus dem Kanzleramt für die Einmalzahlung waren am Wochenende aus Regierungskreisen bestätigt worden. Im Gegenzug könnten Gewerkschaften bei Tarifrunden auf einen Teil der Lohnsteigerungen verzichten. Danach hagelte es jedoch Kritik, denn die Gewerkschaften wollen keine Einmischung in die Tarifverhandlungen.
Die schottische Regierung plant ein zweites, „konsultatives“ Referendum über die Unabhängigkeit von Großbritannien. Die Abstimmung solle am 19. Oktober 2023 stattfinden, sagte Regierungschefin Nicola Sturgeon. Umgesetzt werden könnte die „konsultative“ Abstimmung bei einem positiven Ausgang nur mit der Zustimmung des britischen und des schottischen Parlaments. Für die Abhaltung des Referendums benötigt Sturgeon allerdings das Ja der britischen Regierung, die aber eine zweite Abstimmung strikt ablehnt.
Fast 12 000 Afghanen, die eine Aufnahmezusage aus Deutschland haben, warten noch auf Evakuierung. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Sie standen demnach am 10. Juni auf der Liste derer, die noch aus Afghanistan geholt werden sollen – oder einem Nachbarstaat, sofern ihnen die Flucht dorthin gelungen ist. Das ist fast ein Drittel derer, die seit der Machtübernahme der Taliban im vergangenen August eine Aufnahmezusage aus Deutschland erhalten haben.
Nach einem Rettungseinsatz der „Geo Barents“ im Mittelmeer werden 22 Menschen vermisst. 71 hätten an Bord genommen werden können, darunter mehrere Kinder, teilte die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ mit. Das Schlauchboot, in dem die Flüchtlinge nach Europa gelangen wollten, sei kaputt und voller Wasser gewesen, als die „Geo Barents“ es erreichte.