Migranten als Helfer

von Redaktion

Bericht: Flüchtlinge an Pushbacks beteiligt

München – An der EU-Außengrenze setzen griechische Polizeibeamte einem Bericht zufolge Flüchtlinge offenbar als Handlanger für illegale Rückführungen ein. Wie aus gemeinsamen Recherchen des ARD-Magazins „Report München“ und anderer Medien hervorgeht, haben Geflüchtete entsprechende Angaben gemacht, die sich mit Fotos, Satellitenbildern und offiziellen griechischen Dokumenten verifizieren lassen.

Einem Team aus Reportern sei es nach monatelangen Recherchen erstmals gelungen, mit sechs Männern zu sprechen, die an den sogenannten Pushbacks beteiligt gewesen seien. Sie hätten unabhängig voneinander angegeben, zu gewaltsamen Zurückweisungen in die Türkei gedrängt worden zu sein. Im Gegenzug seien ihnen Aufenthaltspapiere versprochen worden.

Auch drei griechische Polizeibeamte hätten den Journalisten den Einsatz von Flüchtlingen bestätigt, hieß es. Die Aktionen würden von der Polizei als so gefährlich eingeschätzt, dass diese dafür vermehrt Geflüchtete einspanne, um die eigenen Beamten zu schützen. Offizielle Anfragen dazu ließen das griechische Innenministerium und die Polizei bis Dienstag demnach unbeantwortet.

Laut europäischem Recht ist Griechenland verpflichtet, für Schutzsuchende, die griechisches Territorium erreichen, ein Asylverfahren zu beginnen. Die Regierung setzt sich aber wie einige andere EU-Staaten seit Jahren darüber hinweg.

Artikel 5 von 11