Debatte über Schulen

von Redaktion

Lauterbach: Letztes Mittel Schließung

Berlin – Anders als der Kanzler und die FDP möchte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bei der Vorbereitung auf eine Corona-Welle im Herbst Schulschließungen nicht völlig ausschließen. Sie seien „sehr, sehr unwahrscheinlich“ und „dann das allerletzte Mittel. Aber sie kategorisch auszuschließen, da wäre ich vorsichtig, weil: Wir wissen ja nicht, welche Varianten kommen“, sagte der SPD-Politiker in der ARD auf wiederholte Nachfrage.

Eine weitgehende Stilllegung durch einen Lockdown hält er nicht mehr für nötig. „Dafür haben wir einfach einen zu guten Immunstatus in der Bevölkerung“. Lauterbach verhandelt mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) über die grundsätzlich möglichen Maßnahmen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte am Sonntag gesagt: „Schulschließungen sollte es nicht mehr geben.“ Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen sprach sich für eine Testpflicht aus, sollten Masken und Impfkampagne nicht reichen.

Amtsärzte fordern eine Ausweitung der Abwasseranalysen auf alle Kommunen, um einen genaueren Überblick über die Ausbreitung des Virus zu erhalten. „Die Abwasseranalyse ist ein hervorragendes Instrument für die Pandemiekontrolle“, sagte Johannes Nießen, Vorsitzender des Branchenverbands. Bislang nähmen erst 20 deutsche Städte teil. dpa

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