Marx für Diakonat der Frau

Eine späte Erkenntnis

von Redaktion

VON CLAUDIA MÖLLERS

Bislang hatte sich Kardinal Reinhard Marx immer nur zu der Aussage durchgerungen, dass man über das Thema „Diakonat für Frauen“ reden müsse. Die Diskussion sei noch nicht abgeschlossen. Jetzt hat sich der Erzbischof von München und Freising überraschend mit klaren Worten für die Öffnung der Diakonenweihe für Frauen ausgesprochen. „Ich glaube, dass die Zeit reif ist, dass es für Männer und Frauen offenstehen muss und soll.“ Diakone spenden die Taufe, dürfen beerdigen, trauen, feiern Wortgottesdienste, halten Segnungsfeiern, bringen Alten und Kranken die Kommunion.

Starke Worte des Kardinals, die am Ende einer für die katholische Kirche desaströsen Woche gefallen sind. Montag wurde die erschütternde Bilanz veröffentlicht, nach der 2021 fast 360 000 Frauen und Männer aus der Kirche ausgetreten sind. 2022 können es noch mehr werden. Besonders bitter: Viele engagierte Katholiken wenden sich ab. Dass sich nun mit dem Münchner Kardinal ein enger Papstberater zum Fürsprecher des Frauen-Diakonats macht, könnte der festgefahrenen Debatte neuen Schwung verleihen. Bislang lehnt Papst Franziskus Weiheämter für Frauen strikt ab. Reinhard Marx sieht nun die Notwendigkeit, dass man Frauen nicht weiter so ausgrenzen darf. Kirche muss sich hier wandeln, hat der Kardinal begriffen. Hoffentlich nicht zu spät.

Claudia.Moellers@ovb.net

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