Berlin – Zur Hochzeit von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) flogen Friedrich Merz und seine Frau per Privatflieger von Berlin auf die Nordsee-Insel Sylt. Auf Kritik, er setze damit das falsche Symbol in Zeiten von Klimawandel, antwortete der CDU-Chef: „Ich verbrauche mit diesem kleinen Flugzeug weniger Sprit als jeder Dienstwagen eines Mitglieds der Bundesregierung“. Ist das wahr?
Dass es so absolut nicht stimmt, betonte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne). „Mein Dienstwagen ist ein E-Auto & verbraucht deshalb direkt gar keinen Sprit“, schrieb er via Twitter. Auch Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) ist mit einem E-Auto unterwegs.
Umgerechnet verbraucht Merz’ Flieger etwa 14,4 Liter Sprit auf 100 Kilometer. Weil die Hybrid-Fahrzeuge der Minister Lisa Paus (Grüne), Svenja Schulze, Hubertus Heil (beide SPD), Bettina Stark-Watzinger, Volker Wissing und Marco Buschmann (alle FDP) teils mit Strom fahren, verbrauchen sie nach Angaben der Umwelthilfe im Schnitt zwischen 1,7 und 2,7 Liter Sprit auf 100 Kilometer. Der Benzin-BMW von Bauministerin Klara Geywitz (SPD) schluckt demnach 9,8 Liter – also alle weniger als der Merz-Flieger.
Der gepanzerte Kanzler-Mercedes S680 Guard verbraucht hingegen auf 100 Kilometer nach Medienberichten rund 18 bis 20 Liter. Vergleicht man Merz’ Flugstrecke mit der theoretischen Autostrecke, hatte Merz somit einen Verbrauch von etwa 63 Litern – Olaf Scholz‘ gepanzerter Wagen bräuchte wohl um die 100 Liter.