Studien zum Neun-Euro-Ticket
Keine Verkehrswende, aber der Anfang
Für Mobilitätsforscher ist der Start des Neun-Euro-Tickets ein wissenschaftliches Eldorado. Selten konnten so viele Daten zur Verkehrsnutzung gesammelt und ausgewertet werden. Die ersten Studienergebnisse sehen jedoch erst einmal ernüchternd aus. In München etwa haben nur drei Prozent ihr eigenes Auto für eine Bus- oder Bahnfahrt stehen lassen, und das günstige Ticket hat auch keine positive Klimaschutzwirkung erzielt.
Wer jetzt aber einen günstigeren Nahverkehr als Nebelkerze hoffnungsloser Verkehrswende-Optimisten abtut, verkennt die Wirkung einer intensiven öffentlichen Debatte. So gut wie jeder (98 %) kennt das Neun-Euro-Ticket, und so hat sich wohl jeder mehr als einmal gefragt, ob es auch mal mit Bus und Bahn von A nach B geht. Und genau darum geht es auch: öffentliche Verkehrsmittel ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Dass ein dreimonatiges Sparangebot keine Verkehrswende herbeiführt, ist keine Überraschung. Dafür müssen erst verkrustete Strukturen im Mobilitätsverhalten der Bevölkerung, aber auch in den Verkehrsbetrieben aufgelöst werden.
Ein erster Schritt in diese Richtung: Tickets, die sich jeder leisten kann, mit verständlichen Tarifstrukturen – eben wie beim Neun-Euro-Ticket. Wenn es ein einladendes Angebot gibt, wird dieses auch angenommen. Teils 60 Euro und mehr für ein einfaches Monatsabo in der Stadt war bisher eben nicht gerade ein Kassenschlager.
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