Es war ein sattes Ergebnis für die Grünen 2018: 17,6 Prozent, neun Prozentpunkte mehr als noch 2013. Viele, teils auch junge Abgeordnete zogen ins Maximilianeum ein. Entsprechend überschaubar ist deshalb die Fluktuation: Die meisten wollen weitermachen. Aufhören werden nur die Gautingerin Anne Franke, der ehemalige Münchner Bürgermeister Hep Monatzeder, der im Parlament keine größeren Spuren hinterlässt, und Rosi Steinberger, die den Umweltausschuss leitet.
Zudem verlieren die Grünen ein echtes Kaliber: Martin Runge (Fürstenfeldbruck-Ost) fetzte sich einst, lang ist’s her, schon mit Verkehrsminister Erwin Huber (CSU) über Sinn und Unsinn der zweiten S-Bahn-Stammstrecke. Er war auch mal Fraktionschef. „Ich hatte jetzt das Privileg und das Vergnügen (das Letztere war es, claro, nicht durchgehend), gute zwei Jahrzehnte MdL sein zu dürfen“, schrieb er in einem Abschiedsbrief an die Mitglieder. Jetzt sei es Zeit für einen Wechsel. In dem Brief macht Runge auch kein Geheimnis daraus, dass er mit der Linie der Fraktionsführung, vor allem mit Ludwig Hartmann, nicht konform geht. In Zeiten, in der „noch nicht so viele aus unserer Fraktion nach einer Regierungsbeteiligung, und das als Juniorpartner der CSU, getrachtet haben“, habe es mehr Spaß gemacht. Für Runge tritt jetzt der selbst in der Region recht unbekannte Schreinermeister Andreas Birzele an.