In keiner Fraktion bahnt sich ein solcher Umbruch an wie bei der SPD: Mindestens neun der 21 Roten hören auf. Prominentester Abgang ist Natascha Kohnen, die bei der letzten Wahl als Spitzenkandidatin Markus Söder herausforderte. „Es ist für mich der notwendige und richtige Zeitpunkt, noch einmal neue Wege zu beschreiten“, sagt die 55-Jährige. Sie habe 15 Jahre als Lektorin gearbeitet, seit 15 Jahren sei sie nun im Landtag – und danach lägen noch knapp 15 Jahre im Arbeitsleben vor ihr. Was sie künftig machen will, verrät sie nicht. Sie habe „viele Ideen im Kopf, viel Lust und Neugier auf Neues“. Im Landtag hatte sich die ehemalige Landeschefin zuletzt bereits auf eine eher beobachtende Rolle zurückgezogen.
Kein Geheimnis ist, dass die Stimmung bei den Genossen in dieser Legislatur nicht immer gut war. Das mag ein Grund für die Fluktuation sein, der andere ist sicher das Durchschnittsalter – fast alle sind über 50. Mit Inge Aures tritt die ehemalige Vizepräsidentin des Landtags ab, mit Florian Ritter auch der oberbayerische SPD-Vorsitzende. Darüber hinaus wollen auch Alexandra Hiersemann, Stefan Schuster, Klaus Adelt, Harald Güller und Annette Karl nicht mehr antreten. Margit Wild fiel bei der Aufstellungsversammlung der SPD Regensburg durch. Dort musste auch die Co-Landesvorsitzende Ronja Endres ihre Ambitionen streichen: Die 36-Jährige zog ihre Bewerbung schon im Vorfeld zurück.