Erdogans erneutes Säbelrasseln

von Redaktion

Insel-Streit: Türkei droht Griechenland wieder mit Raketen

Istanbul – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat im Streit um griechische Inseln im östlichen Mittelmeer erneut Drohungen ausgesprochen. Es könne zu einem Raketenangriff kommen, sollte Griechenland „keine Ruhe geben“, sagte Erdogan am Sonntag zu Jugendlichen in Samsun.

Griechenland sei nervös, weil die Türkei die Rakete „Tayfun“ entwickele, erklärte der türkische Präsident. „Du erwähnst Tayfun und der Grieche wird nervös.“ Erdogan fügte hinzu, dass die Rakete „natürlich“ auch Athen treffen könne. Wenn Griechenland in Bezug auf die Inseln keine Ruhe gebe, „wenn du versuchst, hier und da (uns) etwas wegzunehmen, dann wird ein Land wie die Türkei natürlich nicht tatenlos zusehen, sondern muss etwas tun“, drohte Erdogan.

Die Beziehung der beiden Nato-Staaten ist auf einem Tiefpunkt. Die Türkei stellt schon seit Jahren die Souveränität Griechenlands über zahlreiche bewohnte und unbewohnte griechische Inseln in der Ost-Ägäis infrage. Ankara argumentiert, Athen verstoße mit der Militarisierung von Inseln gegen internationale Verträge. Griechenland begründet sie mit einer Bedrohung durch Ankara und dem Recht auf Selbstverteidigung. Zuletzt hatte Erdogan wiederholt mit dem Satz gedroht: „Wir könnten plötzlich eines Nachts kommen.“

Hinter Erdogans Säbelrasseln steckt Kalkül. 2023 finden die türkischen Parlaments- und Präsidentenwahlen statt. Weder die Regierungsallianz mit Erdogans AKP noch das Oppositionsbündnis aus sechs Parteien kommen in Umfragen derzeit auf die absolute Mehrheit. Eine Rekordinflation und eine angeschlagene Wirtschaft setzen Erdogan zusätzlich unter Druck.

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