Elon Musk und Twitter

Der große Illusionist zaubert wieder

von Redaktion

VON ANDREAS HÖSS

Elon Musk ist ein abgezockter Typ. Mit Tesla hat er nicht nur unter der Flagge des Klimaschutzes die Autowelt revolutioniert, obwohl er belächelt wurde. Er bastelt mit SpaceX auch an Raketen, die landen können. Ein Video von SpaceX zeigt, wie Musk mit Niederlagen umgeht: Er macht sie zu Marketing-Aktionen. Zu lustiger Marschmusik kippen dort Raketen im Takt um, explodieren, zerschellen im Meer und treffen doch irgendwann ihre Landeplattform. Man muss sich eben verkaufen können.

Nun hat Musk die Twitter-Nutzer nach vielen Querelen abstimmen lassen, ob er Chef des Kurznachrichten-Dienstes bleiben soll, den er erworben hat. Die Mehrheit sagt: Nein. Vermutlich hat der Illusionist diesen vermeintlich basisdemokratischen Rauswurf einkalkuliert.

Denn egal, wie man den Visionär, Trump-Fan und Libertären mit dem schrägen Humor einschätzt: Er ist sicher schlau genug, um zu merken, dass er bei der Twitter-Übernahme einmal zu oft angeeckt ist. Das schadet nicht nur seinem Neuerwerb, dem Werbekunden und Mitglieder davonlaufen. Es schadet auch Tesla, die Aktie hat seit Beginn des Hickhacks die Hälfte an Wert verloren. Für Musk wäre es nicht die schlechteste Option, sich auf Befehl der Twitter-Nutzer erst einmal etwas aus der Schussbahn zu bringen und aus dem Hintergrund die Fäden zu ziehen. Zumal ihm die letzten Wochen womöglich sowieso die Lust am neuen Spielzeug geraubt haben.

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