PRESSESTIMMEN
„Dass Katar nun ein hoher Standard bescheinigt wird, macht die WM nur schon zu einem Erfolg für den Gastgeber. Alle Diskussionen im Vorlauf zur WM um die Situation von Gastarbeitern und jene von Schwulen und Lesben haben die Atmosphäre des Turniers letztlich kaum beeinträchtigt. (…) Insbesondere deutsche Exponenten aus Fußball und Politik mussten in Katar auf eine äußerst schmerzliche Weise erfahren, dass ihr halbgarer Protest nicht goutiert wurde.“
„Die Tatsache, dass Zehntausende Arbeiter beim Bau der Stadien ausgebeutet wurden und unter entsetzlichen, gefährlichen und krankmachenden Bedingungen arbeiten mussten, geriet während des Turniers in den Hintergrund. Katar sieht diese Weltmeisterschaft als eine Abrechnung mit dem westlichen Moralismus. (…) Dennoch sollten die westlichen Verbände ihre Macht nicht unterschätzen. Ohne europäische Mannschaften wäre eine WM bedeutungslos.“
„Viel zu lange vor dem ersten Anstoß stand das Gastgeberland im Mittelpunkt: Katars Menschenrechtsbilanz, sein Umgang mit Arbeitsmigranten und seine fragwürdigen politischen Manöver. (…) Heutzutage sind diese Dinge wichtig. Aber zu viel Zurschaustellung eigener Tugendhaftigkeit hinterlässt einen bitteren Beigeschmack.“