PRESSESTIMMEN
„Plötzlich ist es, als ob unter Diktaturen überall der Boden nachgibt. Zwar wird der Krieg in der Ukraine so lange weitergehen, wie Putin sicher im Sattel sitzt. Die Demonstranten in China werden Xi Jinping nicht stürzen. Die Mullahs in Teheran richten bereits junge Menschen am Fließband hin. Doch das Bild, das vor allem Erstere erfolgreich von sich selbst als realpolitische und gar moralische Vorbilder vermittelt haben, ist zerbrochen. Niemand preist Putin mehr, außer vielleicht Viktor Orbán. Niemand fragt mehr nach einem chinesischen Impfstoff, außer vielleicht Orbán. Und niemand glaubt daran, dass sich die Geistlichen im Iran auf Dauer halten können. Das ist bemerkenswert und die große Geschichte 2022.“
„Wie soll man dieses Drama nicht eingebettet sehen in ein immer krankhafteres Klima? Es reicht, in den sozialen Netzwerken unterwegs zu sein, um den Hass zu sehen, der sich dort in einem stetigen Strom ergießt. Erst vor wenigen Tagen zirkulierten die Bilder von Exzessen junger Marokkaner in Frankreich, betrunken vor Freude nach den Siegen der Atlaslöwen. Rechtsextremistische Seiten nutzen die Bilder aus, um einen angeblichen Zivilisationskrieg darzustellen.“