„Das Lied hat er oft mit seinen Eltern gesungen“

von Redaktion

Gott grüße dich: Josef M. Redl will Benedikt beim Requiem in Rom mit bairischer Musik verabschieden

München – Josef M. Redl ist unter anderem Vizepräsident des Festrings München. Er erinnert sich daran, wie das Hans-Berger-Ensemble dem Papst 2006 in der Münchner Residenz eines seiner Lieblingslieder spielte: „Gott grüße dich“. Das Lied, findet Redl, sollte auch beim Requiem am Donnerstag auf dem Petersplatz erklingen. Er hat den Vatikan kontaktiert.

Herr Redl: Wie kam denn die Idee zustande?

Über den Festring hatten wir mehrfach Kontakt zu Papst Benedikt. Wir haben in Rom Benedetto-Paraden mitorganisiert mit Trachtlern und Blasmusikkapellen. Mit dem Kirchenmusiker Hans Berger aus Oberaudorf hatten wir ein Privatkonzert bei Benedikt und waren beim Festival Internazionale di Musica e Arte Sacra im Vatikan, dem größten sakralen Musikfestival der Welt. Vor dem Hintergrund haben wir uns schon länger gesagt: Wenn der Tag kommt, möchten wir dem Papst bairische Klänge mit auf den Weg geben.

Warum gerade das Lied „Gott grüße dich“?

Es war das Lied, das Benedikt mit seinen Eltern sehr oft gesungen hat in seiner Traunsteiner Zeit. Hans Berger hat es ihm auch in der Residenz gespielt, als er auf Staatsbesuch in München war. Sein Privatsekretär Georg Gänswein hat mir später bei einem Treffen in Rom berichtet, das sei für Benedikt der schönste Moment seines Bayern-Besuchs gewesen. Deshalb wollen wir das Lied ins Requiem am Petersplatz einbauen, um an Benedikts bayerische Heimat zu erinnern. Der Berger Hans würde mit Mitgliedern seines Ensembles hinfahren. Als Instrumente geplant wären Zither, Hackbrett, Harfe, Kontrabass und das Hirteninstrument Okarina – für den Oberhirten der katholischen Kirche. Die Idee haben wir Gänswein schon damals mitgeteilt. Als jetzt die Nachricht kam, dass es Benedikt sehr schlecht geht, haben wir den Sekretär von Kardinal Marx kontaktiert und auch Gänswein über verschiedene Kanäle angeschrieben. Wir haben noch keine Antwort, bräuchten sie aber bis heute. Wir müssen ja die Reise planen. Es wäre das Größte, was ich mir in meinem Leben vorstellen kann – aber ich befürchte, dass die Vorbereitungen des Zeremonienmeisters so fortgeschritten sind, dass er es nicht mehr einbauen wird.

Wenn es nicht klappt: Fahren Sie dann trotzdem nach Rom?

Nein, dann nicht. Ich bin nicht mehr der Jüngste, und da möchte ich mir so eine Strapaze nicht mehr antun.

Interview: Wolfgang Hauskrecht

Artikel 7 von 9