Rom/München – Ob auf dem Petersplatz in Rom, in der Liebfrauenkirche in München, in seinem Geburtsort Marktl am Inn oder in seinem früheren Wohnort Regensburg: Überall trauern Menschen um den früheren Papst Benedikt XVI., der am Silvestertag in seinem Altersruhesitz im Vatikan gestorben ist. Zehn Minuten nachdem sein Privatsekretär Georg Gänswein den amtierenden Papst vom Tod Benedikts informiert hatte, war Franziskus ins Kloster Mater Ecclesiae geeilt, um am Totenbett seines Vorgängers zu beten. Beim Angelus-Gebet würdigte Franziskus seinen Vorgänger gestern als einen „treuen Diener des Evangeliums und der Kirche“. Im Vatikan haben die Vorbereitungen für den Abschied von dem emeritierten Papst begonnen.
. Requiem auf Petersplatz
Benedikt wird von heute an im Petersdom aufgebahrt, damit sich die Gläubigen dort von ihm verabschieden können. Der Präfekt von Rom rechnet an den Tagen mit jeweils bis zu 35 000 Besuchern im Dom. Am Donnerstag, 5. Januar, findet auf dem Petersplatz die Totenmesse statt. Dieses Requiem wird Franziskus zelebrieren – dass ein Papst einen anderen beerdigt, ist ein Novum. Die Feier beginnt um 9.30 Uhr. Gläubige können daran teilnehmen, ohne sich Eintrittskarten besorgen zu müssen. Bis zu 60 000 Menschen werden erwartet. Zwei offizielle Delegationen sind eingeladen: eine aus Benedikts Heimat Deutschland, von wo sich bereits Bundespräsident Steinmeier angekündigt hat; die andere aus Italien.
. Geistliches Testament
Der verstorbene emeritierte Papst Benedikt XVI. hat in seinem geistlichen Testament um Verzeihung für Fehler gebeten. „Alle, denen ich irgendwie Unrecht getan habe, bitte ich von Herzen um Verzeihung“, heißt es in dem Text, den Benedikt XVI. bereits 2006 verfasst hatte und den der Vatikan aus Anlass seines Todes am Samstagabend veröffentlichte. Die Katholiken in aller Welt rief das frühere Kirchenoberhaupt auf: „Steht fest im Glauben! Lasst euch nicht verwirren!“ Oft scheine es so, als ob die Naturwissenschaften und die Geschichtsforschung „unwiderlegliche Einsichten vorzuweisen hätten, die dem katholischen Glauben entgegenstünden“.
. Requiem in München
Im Münchner Liebfrauendom findet am Dienstag, 3. Januar, um 18 Uhr das Requiem für den emeritierten Papst statt, der von 1977 bis 1982 Erzbischof von München und Freising war. Kardinal Marx wird am Donnerstag mit einer Delegation aus der Erzdiözese an der Trauerfeier in Rom teilnehmen.
. Kondolzenzbücher
Die bayerische Staatsregierung hat ein Kondolenzbuch in der Hofkapelle der Münchner Residenz ausgelegt. Ab 15 Uhr heute besteht für Bürgerinnen und Bürger bis 12. Januar (9 – 17 Uhr) die Gelegenheit, sich einzutragen. Auch auf der Nordseite im Münchner Frauendom können Gläubige ihre Trauer in einem Kondolenzbuch ausdrücken.
. Glockenläuten um 16 Uhr
Im Erzbistum München und Freising wurden die Pfarreien angewiesen, in den nächsten Tagen jeweils um 16 Uhr für eine Viertelstunde die Glocken läuten zu lassen.
. Trauerbeflaggung
In Bayern wurde eine dreitägige Trauerbeflaggung an allen öffentlichen Gebäuden angeordnet.
. Sonderfahrt nach Rom
Das Bayerische Pilgerbüro hat kurzfristig Sonderfahrten ab München zur Totenmesse auf dem Petersplatz organisiert. Die Busse für die dreitägige Reise starten am Dienstag um 8 Uhr am Zentralen Omnibusbahnhof. Infos zu der Reise gibt es unter info@pilgerrreisen.de oder telefonisch unter 089/545811-33.