Silvester-Anschlag geplant

von Redaktion

Substanzen bei Terror-Verdächtigen in Castrop-Rauxel entdeckt

Castrop-Rauxel – Die Terror-Verdächtigen von Castrop-Rauxel hatten nach Angaben des NRW-Justizministeriums ursprünglich einen Anschlag am Silvesterabend im Auftrag der IS-Terrormiliz geplant. Zudem wurde am Montag bekannt, dass bei neuen Durchsuchungen weitere Beweismittel gefunden wurden. Aus Sicherheitskreisen hieß es, es handele sich um verdächtige Substanzen. Einen ARD-Bericht, wonach es sich um Substanzen zur Herstellung von Giftstoffen handelte, bestätigte die Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft nicht.

Die Nachricht zu den neuen Durchsuchungen platzte am Montagmorgen in eine Sondersitzung des Rechtsausschusses des Landtags zum Thema Castrop-Rauxel. In einem Bericht des Justizministeriums hieß es, dass im Rahmen eines internationalen Nachrichtenaustausches dem Bundeskriminalamt (BKA) mitgeteilt worden sei, dass ein in Deutschland lokalisierter Telegram-Nutzer „einen terroristischen Anschlag im Auftrag des sogenannten IS am Silvesterabend 2022“ plane.

Der allgemeine Hinweis auf einen Anschlag mit Rizin oder Cyanid war demnach bereits am 30. Dezember beim BKA eingegangen. Am 6. Januar sei dem BKA eine IP-Adresse mitgeteilt worden, die zum Telegram-Account des 32-jährigen Verdächtigen geführt habe. Am 7. Januar informierte laut Bericht das Landeskriminalamt (LKA) die für Terrorismus zuständige zentrale Staatsanwaltschaft in NRW. In derselben Nacht kam es zu der Razzia gegen den 32-Jährigen und seinen Bruder (25).

Behördenvertreter erläuterten indes, warum der 25-Jährige überhaupt bei seinem Bruder übernachten durfte. Der Mann war 2019 nach einem Urteil wegen versuchten Mordes zu sieben Jahren Haft und Unterbringung in einer Entzugsanstalt verurteilt worden. Laut Bericht an den Ausschuss hatte der 25-Jährige sich an einer Schule angemeldet, bei gemeinnützigen Vereinen gearbeitet und ein Praktikum absolviert. Daher habe man ihm im Maßregelvollzug Lockerungen erlaubt. Hinweise auf eine islamistische Einstellung habe es nicht gegeben.

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