Skifahren ist ein exklusiver Sport – und wird in Zukunft noch mehr Sport der Reichen sein. Das prognostizieren Glaziologen und Klima-Forscher. Wärmere Winter sorgen in Kombination mit steigendenden Energiepreisen für immer teurere Skipässe. Das merken viele Eltern schon diesen Winter: über 400 Euro für fünf Tage Pistenspaß im Skilager – ohne Taschengeld zum Einkehren auf der Hütte? Das können oder wollen sich viele Eltern nicht leisten – und sollten das in Zukunft auch nicht mehr müssen.
Eltern, die mit ihren Kindern gerne Ski fahren gehen, können das privat weiterhin tun. Aber Schulen sollten Skilager zur Geschichte erklären. Damit würden sie nicht nur auf Inflation und Klima-Debatte reagieren, sondern auch eine Art von Klassenfahrt abschaffen, die schon immer soziale Unterschiede befeuert hat. Wer fährt die modernsten und teuersten Ski? Wer leiht sie nur? Wessen Ski-Schuhe stammen vom Flohmarkt (… obwohl man die doch gar nicht gebraucht tragen soll)? Und wer seine Skijacke beim Discounter kauft, hat verloren. Moncler und Ortovox finden viele Jugendliche cooler. Nicht nur finanziell schwache Eltern, auch Normalverdiener bringt das Skilager also in die Bredouille, wenn neben Skipass und Übernachtung auch noch eine Ausrüstung her muss. Und 2024 fährt dann Kind 2 ins Skilager.
Unbestritten ist: Sportunterricht und Klassenfahrten sind wichtig für Kinder. An Letztere erinnert man sich sein ganzes Leben. Aber den Zusammenhalt stärkt auch die Wanderung mit Hüttenübernachtung oder das Zeltlager am See. Aktivitäten, die nicht so kostenintensiv sind.