Teuer, nicht nachhaltig und außerdem: Es fahren doch eh immer weniger Ski. All das ist nicht von der Hand zu weisen. Jeder, der mit einigermaßen gutem Gewissen auf die Piste gehen will, beschäftigt sich schon länger mit diesen Punkten – der Boom beim Tourengehen zeigt das.
Skilager sind da noch mal eine andere Hausnummer, denn sie sind quasi eine schulische Zwangsveranstaltung. Traurig genug, dass viele das so sehen. Denn es geht dabei ja nicht nur darum, mehr oder weniger talentiert einen Hang runterzurutschen. Skilager ist mehr: Gruppendynamik, Horizonterweiterung, Freiheit vom immer gleichen Trott daheim. Vielleicht auch: Verständnis entwickeln für Lehrer und Mitschüler, die man vorher ganz anders wahrgenommen hat. Und für alle, die fürchten, dass der Nachwuchs nur eine Woche Halligalli macht, statt Corona-Lücken zu schließen: Gemeinschaftserlebnis fördert den Lernerfolg.
Klar, man könnte auch im Sommer ein Erlebniscamp machen, aber Schnee und Berge sind eine unschlagbare Kombination. Eine, die nicht nur die ohne Frage privilegierten Kinder kennenlernen sollen, die schon wissen, was ein Carvingschwung ist. Dafür ist finanzielle Unterstützung gefragt, zudem muss keineswegs jeder Tag auf den Brettern verbracht werden, was angesichts der Skipass-Preise viel bringen würde. Was spricht dagegen, mit einem Naturführer auf (Schneeschuh-)Tour zu gehen? Da wird wirklich greifbar, was Naturschutz oder Klimawandel bedeuten. Und was man kennt und liebt, will man auch bewahren. Allein das wäre schon ein wichtiger Lernerfolg.