Die USA haben nach den düsteren Trump-Jahren eine klimapolitische Wende hingelegt und wollen nun grüne Industrien massiv fördern. Trotzdem ist US-Präsident Joe Biden in Europa der Buhmann. Denn: Dass vor allem E-Autos und Windräder „made in USA“ unterstützt werden, führt den Europäern schmerzlich vor Augen, dass „Amerika zuerst“ auch nach Trump noch gilt.
Europa muss also sehen, wo es bleibt. Deshalb ist es richtig, dass Wirtschaftsminister Robert Habeck zusammen mit seinem französischen Kollegen Bruno Le Maire in den USA ist, um dafür zu sorgen, dass auch EU-Konzerne in Übersee an Fördergeld kommen. Wie groß die Spielräume dafür sind, wird sich zeigen. In Panik müssen die Europäer aber nicht verfallen. Kein Konzern wandert nur wegen ein paar zeitlich begrenzten Zuschüssen ab.
Zumal in Europa aus dem Green Deal und aus Restposten aus dem Corona-Fonds bis zu eine Billion Dollar für den Kampf gegen den Klimawandel bereitstehen. Die müssen konsequent, unkompliziert und schnell in den Aufbau der Zukunftsbranchen fließen. Dafür müssen zum Beispiel auch Genehmigungs- und Vergabeverfahren vereinfacht werden. Auf Habeck und Le Maire wartet also auch nach der Rückkehr aus den USA viel Arbeit.
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