Lauterbach verteidigt Klinikreform

von Redaktion

SPD-Minister kritisiert „Panikmache“ – Söder: Werden uns wehren

München – Nach scharfer Kritik aus Bayern verteidigt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) seine Pläne für eine Krankenhausreform. „Fest steht: Ohne Reform würden viele Krankenhäuser ungesteuert Insolvenz anmelden müssen“, sagte Lauterbach unserer Zeitung. Denn das bisherige Finanzierungssystem habe die Krankenhäuser zu stark ökonomischen Zwängen ausgesetzt. „Jetzt hat die Regierungskommission Vorschläge erarbeitet, die jetzt von Bund und Ländern in einem vereinbarten Verfahren konkretisiert werden“, führte Lauterbach aus. In der Folge könnten die Länder „besser planen, wo Krankenhäuser gebraucht werden“. Das Ziel sei „flächendeckend eine qualitativ hochwertige Versorgung auch in ländlichen Regionen“. Insofern sei es „reine Panikmache, bereits jetzt konkrete Krankenhäuser zu benennen, die aufgrund der Reform von Schließung bedroht sind oder gar von einem ,Kahlschlag‘ zu sprechen“.

Vor einem „Kahlschlag“ im Sinne einer Gefährdung vieler kleiner Kliniken im ländlichen Bereich hatte CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger gewarnt. Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verwendete den Begriff gestern und kündigte an, Bayern werde sich „mit Händen und Füßen wehren gegen diese Reform“.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte unserer Zeitung, um eine Reform vorantreiben zu können, brauche es zunächst dringend Stabilisierungsmaßnahmen für gefährdete Kliniken. „Es darf nicht passieren, dass manche Krankenhäuser gar nicht mehr da sind, wenn die vom Bund geplante Reform endlich umgesetzt wird.“ Bayern werde „in Berlin dafür kämpfen, dass Ballungsräume und ländlicher Raum solide versorgt bleiben“. S. HORSCH

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