Plattner rückt an die BSI-Spitze

von Redaktion

Mathematikerin leitet künftig Cyber-Sicherheitsbehörde

Berlin – Die Tech-Expertin Claudia Plattner wird Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) lobte sie als „herausragende, international vernetzte IT-Sicherheitsexpertin mit großer Managementerfahrung“. Mit Plattner werde erstmals eine Frau an der Spitze einer Sicherheitsbehörde im Bereich des Bundesinnenministeriums stehen. Das sei „ein starkes Zeichen und ein großer Gewinn“.

Die Mathematikerin übernehme das Amt in extrem bewegten Zeiten, hieß es von den Grünen. Der Angriffskrieg Russlands habe offenbart, wie ungenügend unsere Demokratie noch immer vor bestimmten sicherheitspolitischen Bedrohungen geschützt sei.

Plattner war zuletzt Generaldirektorin für Informationssysteme bei der Europäischen Zentralbank (EZB). „Wir verstehen die Entscheidung von Claudia Plattner und wünschen ihr alles Gute“, erklärte EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Der langjährige BSI-Präsident Arne Schönbohm war von Faeser im vergangenen Oktober geschasst worden. „Jetzt gilt es für die neue BSI-Präsidentin, diesen Scherbenhaufen von Frau Faeser aufzukehren“, kritisierte der digitalpolitische Sprecher der Unionsbundestagsfraktion, Reinhard Brandl (CSU).

Zuvor hatte Jan Böhmermann in seiner ZDF-Sendung über Schönbohms Beziehungen zu einem Verein berichtet, der wegen der Verbindungen einiger Mitglieder nach Russland umstritten ist. Schönbohm setzte sich zur Wehr. Inzwischen ist er Präsident der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung und zudem zuständig für die Modernisierung der Fortbildungslandschaft.

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