Hilfen für Öl- und Pelletsheizer

Wer verspricht, der muss auch liefern

von Redaktion

VON ANDREAS HÖSS

Auch wenn Kanzler Olaf Scholz für gepflegte Langeweile bekannt ist, greift er rhetorisch ab und zu in die Trickkiste: „You’ll never walk alone – wir werden niemanden alleine lassen“ versprach er den Deutschen in der Energiekrise. Da hat man gleich Bilder von Menschen im Kopf, die sich verschwitzt im Deutschland-Trikot in den Armen liegen, in guten wie in schlechten Zeiten.

Die Umsetzung dieses Versprechens läuft bisher aber nicht ganz optimal. Während die Millionen-Zuschüsse für Industriekonzerne seit Monaten fließen, können Soloselbstständige, Freiberufler, Handwerker, Landwirte und kleinere Firmen erst jetzt, wo der Strom- und Gaspreisdeckel gilt, ihre Energierechnungen einreichen. Und Bürger, die ihr Einfamilienhaus mit Öl und Pellets heizen, wissen auch ein halbes Jahr nach dem „Doppelwumms“ nicht, ob sie nicht doch mit ihren Mehrkosten aus dem Vorjahr alleine gelassen werden. Da hakt es wie so oft zwischen Bund und Ländern. Wer daran schuld ist, interessiert die Bürger am Ende wenig.

Nun kann man sicher darüber streiten, ob wirklich jeder einen Zuschuss braucht – auch der, der ein großes Haus hat, das nun mal geheizt werden will. Doch eines sollte man auf keinen Fall tun: Eine riesige Erwartungshaltung aufbauen, dann aber nicht, nur teilweise oder viel zu spät liefern. Denn das führt zu Enttäuschungen. Das ist im echten Leben nicht anders als beim Fußball.

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