Weltfrauentag

Bitte kein Kampf der Geschlechter

von Redaktion

VON LEONIE HUDELMAIER

Kaum ein Datum polarisiert so sehr wie der Internationale Frauentag. Bevor Spötter jetzt gleich wieder einen weitgehend unbeachteten Weltmännertag beklagen, ist eines klarzustellen: Auch noch im 21. Jahrhundert sind Frauen – ja, auch in Deutschland – weitaus mehr von geschlechterspezifischen Nachteilen betroffen.

Die Zahlen sind düster: 2021 litten in Krisenländern 126 Millionen Frauen mehr unter einem erschwerten Zugang zu Nahrungsmitteln als Männer – sieben Millionen Schwangere und stillende Mütter waren unterernährt. Jede Stunde werden fünf Frauen oder Mädchen auf der Welt von einem Familienmitglied getötet. Jede dritte Frau weltweit erlebt in ihrem Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt. In der Forschung sind Frauen und ihre geschlechtsspezifischen Unterschiede (Hormone, Größe, Gewicht) stets unterrepräsentiert – mit teils lebensgefährlichen Folgen. Und in Deutschland hat die Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern (18,9 Prozent!) nichts mit einer modernen Gesellschaft zu tun.

So lange all diese Ungleichheiten existieren, gilt es sie zu bekämpfen. Dabei geht es nicht um den Kampf zwischen den Geschlechtern – sondern um ihre Gleichstellung. Und das muss auch fernab eines Jahrestags geschehen, als ein stetiger Prozess. Es reicht eben nicht, wenn etwa ein Unternehmen aus Solidarität mal kurz sein Firmenlogo pink einfärbt.

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