Synodaler Weg

Das letzte Wort liegt beim Papst

von Redaktion

VON CLAUDIA MÖLLERS

Die nächsten drei Tage entscheiden, wie Laien und Bischöfe in Zukunft miteinander umgehen werden. Auf der letzten Vollversammlung des Synodalen Wegs in Frankfurt hängt viel von den Bischöfen ab – ob „heiße Eisen“ weiter geschmiedet werden oder als schwergewichtiger Ballast kirchliches Leben auf lange Sicht ersticken.

Die 67 Diözesan- und Weihbischöfe müssen jetzt Farbe bekennen: Nehmen sie bei Themen, die seit Jahrzehnten diskutiert werden, einen offenen Streit mit dem Vatikan in Kauf oder lassen sie sich durch römische Stoppschilder aufhalten? Als angenommen gelten Texte nur, wenn die Bischöfe mit einer Zweidrittelmehrheit zustimmen. Fraglich ist, ob Segensfeiern für homosexuelle Paare die notwendigen Stimmen der Amtsträger bekommen – schließlich wurden sie von Rom verboten. Gleiches gilt für mehr Mitbestimmung von Laien, die Aufhebung der Zölibatspflicht und sakramentale Ämter für Frauen.

Mahner warnen davor, dass die deutsche Kirche in ein Schisma stolpern könnte. Während man sich im Vatikan um die Wahrung der Lehre und die Autorität des Amtes sorgt, kämpfen die Bischöfe hier um die Glaubwürdigkeit der Kirche. Das letzte Wort liegt beim Papst – und ihn treiben andere Themen um wie das Elend auf der Welt, Hunger, Migration, Kriege. Die Kunst ist, das eine zu tun und das andere nicht zu lassen. Dazu braucht es Stehvermögen. Oder ein Wunder.

Claudia.Moellers@ovb.net

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